Home    
       
 
 
 
Der Feinschmecker, 2009
Süddeutsche Zeitung, 2009
Hotel- und Gastronomie-Zeitung
TOP München, 2008
A la Carte September, 2007
wallpaper.com
Sightsleeping, 2006
gotorio

 
lonelyplanet.com
Traumhotels für wenig Geld, 2005
Hotels in Deutschland, 2005
 
 
Download Pictures for Press Releases
( 300 dpi / 13x18 cm)

           
 

    Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung
Ausgabe 9/2008, Seite 6

Auf Augenhöhe mit dem Gast

Der Münchner Hotelier Kevin Voigt weiß, was ankommt und bezahlt wird. Seine beiden Häuser im Gärtnerplatzviertel sind zeitgeistig und ein bisschen retro zugleich.Ein Nischenmodell
VON HENDRIK MARKGRAF

Ein bisschen kühn war es schon, als 30-Jähriger gleich ein Hotel zu übernehmen. Doch der junge Kevin Voigt scheute das Risiko nicht und wurde Pächter des Admiral in der Münchner Kohlstraße im urbanen Gärtnerplatzviertel. Das ist 16 Jahre her, und das Admiral hält Kurs. Es floriert. Auch wenn die Gästeschar aus dem Patentamt gegenüber schrumpft, weil einige Teile der Behörde ausgelagert werden. Anstelle der Juristen kommen jetzt all jene, die den Charme eines Hotels suchen, das etwas von einem Grand Hotel hat, ohne eines zu sein.

Bourgeois und lifestylig
Das Admiral ist gehobene Hotellerie. Kein Luxushaus. Ebenso wie das Advokat einige Straßen weiter ­ seit 1996 ebenfalls unter Voigts Regie. Beide Häuser zeigen gleichsam zwei Seiten des Direktors: eine barock-bourgeoise und eine sachlich-lifestylige.

Mit Kevin Voigt, schmal gewachsen, im lässigen Leinenjackett ganz Großstädter, lässt es sich vortrefflich über Themen der Zeit reden, über Kultur und Gesellschaft: ein an den Dingen des Lebens interessierter Hotelier. Dieses Gefühl für die Zeitläufe überträgt sich auf seine beiden Häuser.

Im Admiral mit seinen 32 Zimmern erzeugt der Hotelier ein zeitgemäßes Grand-Hotel-Feeling im kleinen Maßstab, eine Atmosphäre von Ruhe, Muße und stilvoller Gediegenheit. Er bedient dadurch eine Nische, die ihr bürgerliches Publikum nach wie vor hat.

Im Advokat hingegen, mit 50 Zimmern etwas größer, herrscht eher Coolness, gepaart mit Anspielungen auf die Geschichte des Hauses, einst Arbeiterwohnheim der Firma Pfanni. Die Bäder sind im Stil der 60er Jahre gehalten, die Zimmer kombinieren anspruchsvolles und schlichtes Design, haben noch die alten Maße. Zimmerfluchten sind hier nicht zu erwarten. Und die ehemalige Hausmeisterwohnung führt ein neues Leben als Suite.

Bei aller Coolness: Der Gast wird doch auch gestreichelt. Lustig lachen ihn rotwangige Äpfel an, neckisch in der Falte des in der Mitte eingeschlagenen Kopfkissens drapiert. Auf dem Nachttisch ein Mini-Buch mit einem Textauszug, nicht zu schwer, auf jeden Fall anregend. Und in der Mini-Bar Erfrischendes, gratis als Zugabe.

Kevin Voigt, der auch privat gern Gäste kulinarisch verwöhnt, hat eine gewinnende Art. Für ihn ist Hotellerie die Kunst des Umgarnens: den Gast in seinem Selbstwertgefühl erhöhen. Das heißt aber nicht, ihm servil zu begegnen. Sondern auf Augenhöhe.

Zum Artikel ...